Gangtraining nach Schlaganfall: der vollständige Leitfaden (Übungen, Fehler, Trainingsplan) – Neurophysiotherapie Dübendorf

Gangtraining nach Schlaganfall ist einer der wichtigsten Bausteine der neurologischen Rehabilitation. Viele Betroffene möchten vor allem eins: wieder sicher gehen – in der Wohnung, draussen, über Bordsteine, beim Einkaufen, auf Treppen und in Situationen mit Ablenkung. Genau hier setzt gezielte Neurophysiotherapie an: Sie unterstützt Sie dabei, Bewegungen neu zu lernen, Ihre Stabilität zu verbessern und das Gehen Schritt für Schritt wieder alltagstauglich zu machen.

In diesem ausführlichen Leitfaden erfahren Sie, warum Gangtraining nach Schlaganfall so wirksam sein kann, welche typischen Probleme auftreten (z. B. Fussheberschwäche, unsicheres Gleichgewicht, Spastik, Ermüdung), welche Fehler den Fortschritt bremsen – und wie ein strukturierter Plan aussehen kann, der wirklich umsetzbar ist. Am Ende finden Sie zudem eine praxisnahe Orientierung: wann Physiotherapie sinnvoll ist, wie häufig trainiert werden sollte, wie man Stürze vermeidet und wie Angehörige sinnvoll unterstützen können.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine persönliche Abklärung. Gerade nach Schlaganfall sind Ausgangslage, Risikofaktoren und Belastbarkeit sehr unterschiedlich. Wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich professionell begleiten.

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Gangtraining nach Schlaganfall in Dübendorf – Neurophysiotherapie bei PhysioFit Kauz
Alltagsnahes Gangtraining nach Schlaganfall: Sicherheit, Gleichgewicht und Schrittkontrolle lassen sich gezielt trainieren – am wirksamsten mit einer klaren Struktur und regelmässiger Wiederholung.

1) Warum Gangtraining nach Schlaganfall so entscheidend ist

Ein Schlaganfall kann die Bewegungssteuerung stark beeinflussen. Häufig sind nicht nur Kraft oder Beweglichkeit betroffen, sondern vor allem das Zusammenspiel von Nervensystem, Muskelansteuerung, Gleichgewicht und Wahrnehmung. Das erklärt, warum sich das Gehen nach einem Schlaganfall oft „anders“ anfühlt – selbst wenn einzelne Muskeln wieder Kraft haben.

Gangtraining nach Schlaganfall ist entscheidend, weil Gehen eine komplexe Aufgabe ist: Es braucht Stabilität in Becken und Rumpf, kontrollierte Schritte, gutes Timing, sichere Reaktionen (z. B. bei Stolpern), sowie die Fähigkeit, auch bei Ablenkung stabil zu bleiben. Wer das Gehen gezielt trainiert, verbessert nicht nur die Mobilität – sondern häufig auch Selbstvertrauen, Teilhabe am Alltag und Lebensqualität.

Viele Betroffene erleben, dass „einfach mehr gehen“ zwar hilft, aber oft nicht ausreicht. Denn ohne klare Schwerpunkte (z. B. Fuss heben, Schritt symmetrischer setzen, Tempo steigern, Balance verbessern, Dual-Task üben) bleibt das Gangbild häufig ineffizient, unsicher oder sehr ermüdend. Strukturierte Neurophysiotherapie setzt hier an.

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2) Was bedeutet „Neurophysiotherapie“ beim Gangtraining nach Schlaganfall?

Neurophysiotherapie ist Physiotherapie mit Fokus auf das Nervensystem. Ziel ist, Bewegungen neu zu lernen, zu automatisieren und in den Alltag zu übertragen. In der Praxis bedeutet das: Wir üben nicht nur einzelne Muskeln, sondern vor allem Funktionen.

Gangtraining nach Schlaganfall ist aufgabenorientiertes Lernen

Das Nervensystem lernt durch Wiederholung, sinnvolle Aufgaben und Feedback. Darum ist effektives Gangtraining nach Schlaganfall meist:

  • aufgabenorientiert: Wir trainieren konkrete Alltagssituationen (Starten, Stoppen, Drehen, Treppen, Bordstein).
  • progressiv: Belastung wird sicher gesteigert (Tempo, Untergrund, Ablenkung).
  • messbar: Fortschritt wird sichtbar (Wegstrecke, Tempo, Stabilität, Sturzangst).
  • individualisiert: Der Plan passt zu Ihrer Tagesform, Fatigue und Ihrem Ziel.

Gerade beim Gangtraining nach Schlaganfall ist die richtige Mischung entscheidend: genügend Herausforderung, aber nicht so viel, dass Sicherheit oder Qualität massiv leiden. Hier hilft eine klare Struktur – und ein Plan für Zuhause, der wirklich umsetzbar ist.

3) Häufige Probleme beim Gehen nach Schlaganfall (und was dahintersteckt)

Es gibt typische Muster, die nach einem Schlaganfall oft auftreten. Wichtig: Nicht jedes Problem braucht „mehr Kraft“. Manchmal ist Timing, Koordination oder Wahrnehmung der Hauptfaktor. Diese Übersicht hilft Ihnen, Ihre Situation besser einzuordnen:

3.1 Fussheberschwäche (Zehen schleifen / Stolpern)

Wenn der Fuss in der Schwungphase nicht ausreichend angehoben wird, schleifen Zehen oder Vorderfuss. Das erhöht das Sturzrisiko und führt oft zu Ausweichbewegungen (z. B. Hüfte hochziehen, Bein nach aussen schwingen). Ursachen können sein: reduzierte Ansteuerung, Koordinationsprobleme, Muskeltonusveränderungen oder Ermüdung.

3.2 Unsicherheit im Gleichgewicht

Viele Betroffene fühlen sich beim Stehen und Gehen „wacklig“. Gründe können sein: veränderte Gewichtsverteilung, reduzierte Reaktion, sensorische Veränderungen (z. B. weniger Gefühl im Fuss) oder Angst vor Stürzen. Gangtraining nach Schlaganfall muss dann Balance und Reaktion gezielt integrieren – nicht nur „Schritte machen“.

3.3 Asymmetrie (einseitige Belastung)

Nach Schlaganfall wird häufig eine Seite weniger belastet. Das kann sich zeigen als: kürzerer Schritt, weniger Standzeit, weniger Abrollen oder instabile Hüfte. Asymmetrie erhöht oft die Ermüdung und kann langfristig Überlastungen (z. B. Rücken, Hüfte, Knie) begünstigen.

3.4 Spastik, erhöhte Spannung oder „steifes“ Bein

Erhöhte Muskelspannung kann Bewegungen erschweren: das Knie bleibt „hart“, der Fuss steht eher spitz, die Hüfte wirkt steif. Entscheidend ist, dass Therapie nicht nur „dehnt“, sondern funktionell arbeitet: Mobilität, Ansteuerung, Timing und Entspannung in Bewegung.

3.5 Fatigue und schnelle Ermüdung

Viele Betroffene sind schneller erschöpft. Dann wird das Gangbild gegen Ende eines Weges unsicherer. Hier braucht es kluge Belastungssteuerung: kurze, regelmässige Einheiten, gute Pausenstruktur, Progression in kleinen Schritten.

3.6 Dual-Task-Probleme (Gehen + Denken / Sprechen)

Im Alltag gehen wir selten „ohne Nebenaufgabe“. Telefon, Verkehr, Einkauf, Gespräche – all das fordert Aufmerksamkeit. Nach Schlaganfall wird das Gehen unter Ablenkung häufig unsicher. Deshalb gehört Dual-Task in ein fortgeschrittenes Gangtraining nach Schlaganfall.

4) Abklärung: Was prüfen wir in der Neurophysiotherapie Dübendorf?

Bevor Übungen ausgewählt werden, braucht es eine klare Einordnung. In der neurologischen Rehabilitation prüfen wir typischerweise:

  • Gangbild: Schrittlänge, Tempo, Fusshebung, Abrollen, Standphase, Symmetrie, Drehungen.
  • Balance: Stand, Gewichtsverlagerung, Reaktion, Sicherheit beim Drehen und Stoppen.
  • Transfers: Aufstehen, Hinsetzen, vom Bett zum Stuhl, Starten des Gehens.
  • Rumpf/Hüfte: Stabilität und Kontrolle, weil sie das Gangbild stark beeinflussen.
  • Arm-Schwingen: oft unterschätzt, aber wichtig für Rhythmus und Stabilität.
  • Belastbarkeit: wie schnell Ermüdung einsetzt, wie sich Qualität verändert.
  • Umfeld: Wohnsituation, Wege draussen, Treppen, Hilfsmittel, Alltag.

Das Ziel ist immer: Gangtraining nach Schlaganfall so planen, dass es zu Ihrem Alltag passt – und Fortschritte sichtbar werden.

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5) Die 10 wichtigsten Prinzipien für wirksames Gangtraining nach Schlaganfall

5.1 Sicherheit vor Intensität

Gangtraining nach Schlaganfall muss sicher sein: stabile Umgebung, passende Hilfsmittel, sinnvolle Sicherung (z. B. an der Küchenzeile, Geländer, Begleitung). Unsicheres Üben führt zu Angst, Vermeidungsverhalten und schlechterer Qualität.

5.2 Qualität vor Quantität (zumindest am Anfang)

Viele Schritte in schlechter Qualität festigen ungünstige Muster. In der frühen Phase ist es oft sinnvoller, weniger zu gehen – dafür mit klaren Schwerpunkten (Fuss heben, Stand stabilisieren, symmetrischer Schritt).

5.3 Wiederholung – aber sinnvoll dosiert

Das Nervensystem braucht Wiederholung. Entscheidend ist jedoch Dosierung: kurze, regelmässige Einheiten sind häufig besser als seltene „Monster-Sessions“. Bei Fatigue ist das besonders wichtig.

5.4 Aufgabenorientierung

Übungen sollen sich auf den Alltag übertragen: Start/Stopp, Drehungen, Hindernisse, Treppen, unebener Untergrund. Genau das ist der Kern von Neurophysiotherapie.

5.5 Progression in Stufen

Gangtraining nach Schlaganfall wird schrittweise schwerer: zuerst sicherer Stand, dann Gehen in ruhiger Umgebung, dann Tempo, dann Untergründe, dann Dual-Task.

5.6 Feedback und Fokus

Kurze Hinweise („Fuss heben“, „Standbein stabil“, „ruhig atmen“) helfen, Qualität zu steuern. Video-Feedback kann zusätzlich sehr wirksam sein.

5.7 Rumpf und Hüfte als Basis

Wenn Becken und Rumpf instabil sind, wird jeder Schritt ineffizient. Darum gehört Rumpfkontrolle häufig ins Gangtraining nach Schlaganfall – nicht als „Fitness“, sondern als funktionelle Basis.

5.8 Atmung und Tempo

Viele Menschen halten die Luft an oder werden hektisch. Ruhige Atmung stabilisiert, reduziert Spannung und verbessert Rhythmus. Ein bewusstes, gleichmässiges Tempo ist oft sicherer als „zu schnell“.

5.9 Alltag integrieren

Ein Plan ist nur dann gut, wenn er umgesetzt wird. Darum bauen wir Gangtraining nach Schlaganfall in alltägliche Routinen ein: kurze Wege, gezielte Wiederholungen beim Aufstehen, kleine Balance-Übungen beim Zähneputzen (nur wenn sicher).

5.10 Messpunkte setzen

Fortschritt wird motivierender, wenn er sichtbar ist: Wegstrecke (z. B. 5 → 10 Minuten), Tempo, weniger Pausen, weniger Stolpern, bessere Treppensicherheit.

6) Gangtraining nach Schlaganfall: Übungen (sicher, alltagstauglich, progressiv)

Im Folgenden finden Sie eine grosse Auswahl. Sie müssen nicht alles machen. Effektiver ist: wenige Übungen, klar dosiert, regelmässig. Wählen Sie je nach Ziel: Fusshebung, Balance, Symmetrie, Tempo oder Treppen.

Sicherheitsregel: Wenn Sie unsicher sind oder bereits Stürze hatten, üben Sie nur mit stabiler Abstützung oder Begleitung. Bei Schwindel, Brustschmerz, starker Atemnot, neu auftretenden neurologischen Symptomen: medizinisch abklären.

6.1 Basis: Standstabilität und Gewichtsverlagerung

Übung A: Gewichtsverlagerung (links/rechts) an der Küchenzeile

  • Ausgangslage: Füsse hüftbreit, Hände leicht an der Zeile, Blick nach vorne.
  • Ausführung: Gewicht langsam nach links verlagern (ohne „einzuknicken“), 2 Sekunden halten, dann nach rechts. Ruhig atmen.
  • Ziel: mehr Sicherheit in der Standphase, Vorbereitung für symmetrisches Gehen.
  • Dosierung: 2–3 Serien à 8–12 Wechsel.

Übung B: Mini-Kniebeuge (sit-to-stand vorbereitend)

  • Ausführung: Leicht in die Knie, Becken kontrolliert, Gewicht gleichmässig (oder bewusst etwas mehr auf die betroffene Seite, wenn möglich).
  • Ziel: Standbein-Kontrolle, Hüftstabilität, Vorbereitung fürs Gehen.
  • Dosierung: 2 Serien à 6–10 Wiederholungen.

6.2 Starten und Stoppen: ein unterschätzter Teil des Gangtrainings nach Schlaganfall

Übung C: Start-Stop in 3 Schritten

  • Ausgangslage: sicherer Stand, Hand an Geländer/Wand.
  • Ausführung: 3 Schritte gehen → sauber stoppen → stabil stehen (2–3 Sekunden) → wieder 3 Schritte.
  • Ziel: Kontrolle und Sicherheit, weniger „hastiges“ Gehen.
  • Dosierung: 6–10 Wiederholungen.

6.3 Fusshebung verbessern (bei Zehen schleifen)

Übung D: Fussheben im Sitzen (aktiv) + Übertrag in den Stand

  • Ausführung: Im Sitzen den Vorderfuss anheben (Ferse bleibt), langsam senken. Danach im Stand mit leichter Abstützung wiederholen.
  • Ziel: Ansteuerung und Kontrolle.
  • Dosierung: 2–3 Serien à 8–12.

Übung E: „Fuss über Linie“ – Schritt-Training mit Fokus auf Fusshebung

  • Setup: Klebeband-Linie am Boden.
  • Ausführung: Langsam über die Linie gehen – Fokus: Fuss bewusst anheben, sauber aufsetzen.
  • Ziel: Fusshebung in echter Gehbewegung.
  • Dosierung: 5–10 Durchgänge (kurz, sauber).

Wichtig: Wenn Fusshebung trotz Training unsicher bleibt, können Hilfsmittel (z. B. AFO/Schiene) sinnvoll sein. Das sollte individuell abgeklärt werden.

6.4 Symmetrie und Standphase stärken

Übung F: „Langsamer, bewusster Schritt“ (Tempo reduzieren)

  • Ausführung: Gehen Sie bewusst langsamer. Ziel: gleichmässiger Schritt, stabile Standphase, kontrolliertes Abrollen.
  • Dosierung: 2–4 Minuten, kurze Pause, nochmals.
  • Tipp: Zählen kann helfen (1–2–1–2), um Rhythmus zu stabilisieren.

Übung G: Step-Touch (seitliches Antippen)

  • Ausführung: Seitlich einen Schritt, Fuss antippen, zurück. Wechseln.
  • Ziel: seitliche Stabilität und Gewichtsverlagerung – wichtig für Balance im Gehen.
  • Dosierung: 2 Serien à 8–12 pro Seite.

6.5 Gleichgewicht und Reaktion (Sturzprävention)

Übung H: Tandem-Stand light (Fuss leicht versetzt)

  • Ausgangslage: ein Fuss leicht vor dem anderen (nicht direkt Linie, sondern versetzt), Hand an Abstützung.
  • Ausführung: 10–20 Sekunden halten, ruhig atmen.
  • Ziel: Balance, Rumpfkontrolle.
  • Dosierung: 4–6 Wiederholungen.

Übung I: „Reaktionsschritt“ (nur mit sicherer Umgebung)

  • Ausführung: Im Stand (mit Abstützung möglich) einen kleinen Schritt nach vorne/seitlich setzen und zurück. Variieren.
  • Ziel: Reaktion und schneller Schritt – wichtig, wenn man stolpert.
  • Dosierung: 2 Serien à 6–10 pro Richtung.

6.6 Treppen: fortgeschrittenes Gangtraining nach Schlaganfall

Übung J: Step-Up an niedriger Stufe (Geländer nutzen)

  • Ausführung: kontrolliert hochsteigen, kurz stabilisieren, kontrolliert runter.
  • Ziel: Kraft, Balance, Vertrauen.
  • Dosierung: 2 Serien à 6–10 (je nach Sicherheit).

Hinweis: Treppentraining sollte immer der aktuellen Sicherheit angepasst sein. In der Praxis können wir Progression und Technik gezielt begleiten.

6.7 Dual-Task: Gehen unter Ablenkung

Übung K: Gehen + Zählen

  • Ausführung: Gehen Sie langsam und zählen Sie laut (z. B. rückwärts von 50 in 1er- oder 2er-Schritten).
  • Ziel: Stabilität trotz kognitiver Zusatzaufgabe.
  • Dosierung: 1–3 Minuten.

Übung L: Gehen + Blickwechsel (links/rechts)

  • Ausführung: Gehen und den Blick alle 2–3 Schritte kurz nach links/rechts wenden (nicht ruckartig).
  • Ziel: Alltagssicherheit (z. B. Verkehr, Orientierung).
  • Dosierung: 1–3 Minuten.

6.8 Ausdauer aufbauen (ohne Qualitätsverlust)

Ausdauertraining muss so geplant sein, dass Qualität nicht komplett einbricht. Ein bewährtes Vorgehen ist Intervall-Gehen:

  • Intervall: 2 Minuten gehen (gute Qualität) → 1 Minute Pause → 3–5 Runden.
  • Progression: Gehzeit langsam erhöhen oder Pausen leicht reduzieren.
  • Ziel: mehr Wegstrecke ohne deutlich mehr Unsicherheit.

7) Die häufigsten Fehler beim Gangtraining nach Schlaganfall (und wie Sie sie vermeiden)

Fehler 1: Nur „mehr gehen“ ohne Fokus

Viele Schritte ohne klaren Schwerpunkt festigen ungünstige Muster. Besser: kurze Einheiten mit 1–2 klaren Zielen (z. B. Fuss heben, Stand stabilisieren, Rhythmus).

Fehler 2: Zu früh zu schnell oder zu lange

Wenn Ermüdung stark steigt, sinkt Qualität. Das erhöht Sturzrisiko und Frust. Besser: Intervall-Prinzip, kleine Steigerungen, klare Pausen.

Fehler 3: Angst ignorieren

Sturzangst ist real. Wer Angst hat, bewegt sich steifer, hält die Luft an und wird unsicherer. Besser: Sicherheit herstellen (Abstützung, Hilfsmittel), progressive Exposition, klare Strategien.

Fehler 4: Fusshebung nicht ernst nehmen

Zehen schleifen ist ein Sturzrisiko. Wenn es regelmässig vorkommt, braucht es gezieltes Training und ggf. Hilfsmittel-Abklärung.

Fehler 5: Rumpf/Hüfte auslassen

Instabilität im Becken führt zu ineffizientem Gehen. Darum gehören funktionelle Rumpf- und Hüftbausteine oft ins Gangtraining nach Schlaganfall.

Fehler 6: Keine Messpunkte

Ohne Messpunkte wirkt Fortschritt „unsichtbar“. Besser: kleine Ziele definieren (z. B. 5 → 7 Minuten ohne Pause, sicherere Drehung, weniger Stolpern).

8) Hilfsmittel im Gangtraining nach Schlaganfall: sinnvoll oder hinderlich?

Hilfsmittel können sehr hilfreich sein, wenn sie Sicherheit erhöhen und Training ermöglichen. Gleichzeitig sollen sie nicht dazu führen, dass man dauerhaft in einem ungünstigen Muster „feststeckt“. Entscheidend ist eine gute Auswahl und regelmässige Überprüfung.

Typische Hilfsmittel (je nach Situation)

  • Stock / Gehstütze: kann Stabilität geben, sollte aber korrekt eingestellt und genutzt werden.
  • Rollator: sinnvoll bei starker Unsicherheit oder Fatigue, ermöglicht mehr Wegstrecke.
  • AFO/Orthesen: kann Fusshebung sichern und Stolpern reduzieren.
  • gutes Schuhwerk: stabil, passende Sohle, kein „Wackelschuh“.

In der Neurophysiotherapie Dübendorf prüfen wir, ob Hilfsmittel sinnvoll sind – und wie Sie damit sicher trainieren.

9) Trainingsplan: 4 Wochen Gangtraining nach Schlaganfall (Praxisnahes Beispiel)

Dieser Beispielplan zeigt, wie Progression aussehen kann. Er ist bewusst einfach gehalten und muss an Ihre Sicherheit und Belastbarkeit angepasst werden.

Woche 1: Sicherheit & Basis

  • 3–5x pro Woche: Gewichtsverlagerung (Übung A) + Start-Stop (Übung C)
  • 2–4x pro Woche: Fussheben (Übung D) oder Linie-Übung (Übung E)
  • Gehen: kurze, sichere Wege (Intervall 2:1), Fokus auf Qualität

Woche 2: Symmetrie & Balance

  • Weiter Basisübungen
  • 2–4x pro Woche: langsam bewusst gehen (Übung F) + Step-Touch (Übung G)
  • Balance: Tandem-Stand light (Übung H)

Woche 3: Alltag & Ausdauer

  • Intervall-Gehen: Runden erhöhen oder Gehzeit leicht verlängern
  • Dual-Task leicht: Gehen + Zählen (Übung K)
  • Wenn sicher: erste Treppen- oder Step-Up-Einheiten (Übung J)

Woche 4: Komplexität & Transfer

  • Dual-Task erweitern (K + L)
  • Untergrund variieren (nur wenn sicher): Teppich, draussen ebener Weg, Bordstein-Training
  • Messpunkt setzen: z. B. 10 Minuten Wegstrecke mit guter Qualität

So wird der Plan wirksam: Nicht alles gleichzeitig. Wählen Sie 2–4 Kernübungen, plus Geheinheiten. Qualität und Regelmässigkeit sind wichtiger als „viel auf einmal“.

10) Sturzprävention beim Gangtraining nach Schlaganfall

Sturzprävention ist kein Nebenthema, sondern zentral. Viele Betroffene gehen weniger aus Angst – und verlieren dadurch zusätzlich Stabilität und Ausdauer. Sturzprävention bedeutet: Sicherheit schaffen, Reaktion trainieren, Umfeld optimieren.

Praktische Tipps für Zuhause

  • Stolperfallen reduzieren (lose Teppiche, Kabel, schlechte Beleuchtung).
  • Stabile Schuhe tragen (nicht in rutschigen Socken).
  • Hilfsmittel konsequent nutzen, wenn sie Sicherheit erhöhen.
  • Übungen dort machen, wo eine Abstützung möglich ist.

Wenn Sie in Dübendorf eine strukturierte Sturzprävention möchten: Neurologische Rehabilitation / Neurophysiotherapie.

11) Angehörige: so unterstützen Sie Gangtraining nach Schlaganfall sinnvoll

Angehörige möchten helfen – und sind oft unsicher, wie. Am besten unterstützen Sie, indem Sie Sicherheit ermöglichen, Routinen fördern und Fortschritt sichtbar machen, ohne Druck aufzubauen.

  • Sicherheit: Begleitung bei neuen Situationen (z. B. draussen, Treppen).
  • Routinen: kurze, regelmässige Einheiten fördern (z. B. 10 Minuten statt 1 Stunde).
  • Motivation: kleine Fortschritte benennen („Heute war die Drehung viel sicherer“).
  • Respekt: Überforderung vermeiden – Fatigue ernst nehmen.

12) Wie häufig sollte man Gangtraining nach Schlaganfall machen?

Die beste Häufigkeit hängt von Ihrer Belastbarkeit ab. Als grobe Orientierung gilt: regelmässig ist wichtiger als „perfekt“. Viele profitieren von:

  • 2–3 Physiotherapie-Termine pro Woche (je nach Phase und Verordnung) plus
  • 3–6 kurze Zuhause-Einheiten (5–20 Minuten), klar strukturiert.

Wenn Sie sich über Kosten/Verordnung informieren möchten:

13) Gangtraining nach Schlaganfall in Dübendorf: wann ist professionelle Unterstützung besonders wichtig?

Professionelle Begleitung ist besonders sinnvoll, wenn Sie:

  • regelmässig stolpern oder bereits gestürzt sind
  • starke Unsicherheit oder Sturzangst haben
  • Fusshebung deutlich eingeschränkt ist
  • spürbare Asymmetrie und schnelle Ermüdung erleben
  • Treppen oder draussen stark meiden
  • unter Ablenkung deutlich unsicherer gehen

In solchen Fällen lohnt sich ein klarer Plan. Hier finden Sie den passenden Spezialbereich:

Neurologische Rehabilitation / Neurophysiotherapie Dübendorf · Hub: Spezialbereiche · Termin online

14) FAQ: Gangtraining nach Schlaganfall

Ist Gangtraining nach Schlaganfall auch Monate oder Jahre später sinnvoll?

Häufig ja. Verbesserungen sind auch später möglich – besonders, wenn Training strukturiert, progressiv und alltagsorientiert ist. Entscheidend ist die richtige Dosierung und die passende Aufgabenwahl.

Was ist wichtiger: Kraft oder Koordination?

Beim Gangtraining nach Schlaganfall ist oft beides relevant. Viele Probleme entstehen aber weniger durch „zu wenig Kraft“ als durch Timing, Koordination, Balance und Wahrnehmung. Darum ist eine Abklärung entscheidend.

Kann man Fussheberschwäche „wegtrainieren“?

Das hängt von Ursache und Ausprägung ab. Training kann Ansteuerung und Kontrolle verbessern. Wenn Stolpern trotzdem häufig bleibt, kann eine Orthese (z. B. AFO) sinnvoll sein – individuell abklären.

Wie erkenne ich Fortschritt?

Typische Fortschritte sind: weniger Stolpern, sicherere Drehungen, längere Wegstrecke, weniger Pausen, stabilere Standphase, besseres Tempo, weniger Angst beim Gehen.

Sollte man mit Rollator trainieren oder ohne?

Wenn der Rollator Sicherheit bringt und Bewegung ermöglicht, ist er sinnvoll. Parallel kann man – wenn sicher – auch kurze Sequenzen ohne Rollator üben, um spezifische Ziele zu trainieren. Das hängt von Ihrem Status ab.

15) Seriöse Informationen (externe Quellen)

Wenn Sie zusätzlich allgemeine Hintergrundinfos zum Thema Schlaganfall möchten, finden Sie seriöse Übersichten hier:

16) Fazit: Gangtraining nach Schlaganfall funktioniert am besten mit Struktur

Gangtraining nach Schlaganfall ist dann am wirksamsten, wenn es sicher, regelmässig und alltagsorientiert ist. Statt „einfach mehr gehen“ bringen klare Schwerpunkte oft deutlich bessere Fortschritte: Fusshebung, Balance, Symmetrie, Start-Stop, Treppen, Dual-Task und Ausdauer – in sinnvoller Progression. Wenn Sie in Dübendorf einen strukturierten Plan möchten, unterstützt Sie PhysioFit Kauz mit neurologischer Rehabilitation und Neurophysiotherapie.

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